Hilfsnavigation
Sprache 


Seiteninhalt
10.08.2018

Der Kuckuck macht sich - und feiert ein Straßenfest mit Marionettenspiel

Vielen Hamelnern war der Kuckuck bislang als Problemviertel bekannt: Müll, Schulabsentismus, Polizeieinsätze und unkontrollierte Zuzug sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen. Doch in letzter Zeit ist es merklich ruhiger geworden – und das zu Recht: Das Wohngebiet hinter den Bahngleisen macht sich, dank vieler helfender Hände.

Für erste Fortschritte sorgte 2011 der Verein SAM mit der Einrichtung der Kinderbetreuung „Kuckucksnest“. Seitdem ging es weiter aufwärts: In dem gleichen Gebäude wie das „Kuckucksnest“, im Kuckuck 14, befindet sich seit 2015 auch eine Beratungsstelle für junge Menschen zwischen 12 und 26, die sich zwischen Schule und Beruf bewegen. Diese Beratungsstelle, besetzt mit 2 Streetworkern und einer Dolmetscherin von Impuls gGmbH sowie einem Casemanager des Jobcenters,  berät hauptsächlich Neuzugewanderte aus Osteuropa, hilft beim Ausfüllen von Anträgen, unterstützt bei der Jobsuche und hilft bei der Orientierung in der neuen Heimat.

Seit 2016 gibt es im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“ auch eine Quartiersmanagerin und der Zusammenhalt im Viertel wächst langsam aber stetig. Dazu tragen auch die Bewohnertreffs bei, die regelmäßig einmal im Monat stattfinden. An warmen Tagen finden diese Treffen übrigens auch draußen statt, schließlich ist der Kuckuck ein sehr grünes und verkehrsarmes Wohngebiet.

Der Kuckuck ist ein Wohngebiet mit wechselvoller Geschichte. Waren in den 1960er Jahren die Wohnung sehr beliebt, folgten Jahrzehnte, in denen das Gebiet immer mehr in Verruf geriet. Als es 2014 zu einer großen Fluktuation vornehmlich durch Zuwanderer der Bevölkerungsgruppe der Roma kam, wurden Maßnahmen ergriffen, um die Gegend nicht weiter ins Hintertreffen geraten zu lassen.

Seit einigen Monaten ändert sich die Bewohnerstruktur erneut: Neben den deutschen Bewohnern und den sesshaft gewordenen rumänischen Mitbürgern ziehen nun vermehrt Flüchtlinge mit Anerkennung in die großen Wohnungen ein – und fühlen sich wohl in dem Viertel, das durch viel Grün zwischen Häusern und Hamel geprägt ist.

Am 17.08.18 wird das wachsende Miteinander mit einem gemeinsamen Straßenfest von den Bewohnern und den engagierten Einrichtungen vor Ort wie Landkreis Hameln-Pyrmont, Stadt Hameln, Treffpunkt ZaK, Impuls gGmbH, Paritätische, Polizei, Kuckucksnest, SAM e.V., Grundschule Rohrsen, Jobcenter und Wohnungsgesellschaft arsago ausgiebig gefeiert.

„Zu diesem kostenlosen Straßenfest mit Spielen, Musik, Tanz und Leckereien sind neben Bewohnern und  Akteuren des Kuckucks natürlich auch alle Bürger herzlich eingeladen, um sich den „verwandelten Kuckuck“  mit eigenen Augen anzusehen“, teilt Laura Gravenhorst von der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe vom Landkreis Hameln-Pyrmont mit.

Das Straßenfest findet von 15 bis 19 Uhr statt und bietet um 16 Uhr ein Marionettenspiel für Kinder ab 12 Jahren an, bei dem das Thema Diskriminierung ansprechend für Groß und Klein aufgearbeitet wird.