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31.01.2017

Ende der Stallpflicht im Landkreis Hameln-Pyrmont

Die für den Landkreis Hameln-Pyrmont bis zum 31.01.2017 befristete Allgemeinverfügung zur Anordnung der Aufstallung von Geflügel zum Schutz gegen die sog. Vogel-Grippe (Aviäre Influenza, kurz AI) vom 28.11.2016 wird aufgrund der aktuellen Risikobewertung unter Beachtung der Geflügelpest-Verordnung nicht verlängert.

Die aktuelle Risikobewertung für das Kreisgebiet hat ergeben, dass die Stallpflicht für Geflügel unter Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes, des Tierwohls und der wirtschaftlichen Folgeschäden aktuell aus nachfolgenden Gründen nicht aufrechterhalten werden kann:

  • Im Landkreis wurden keine Fälle von AI festgestellt
  • In den benachbarten Landkreisen wurden seit mehr als 4 Wochen keine Infektionen von AI beim Nutzgeflügel nachgewiesen
  • Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat keine große Nutzgeflügeldichte
  • Im Landkreis Hameln-Pyrmont gibt es keine avifaunistisch, also für Brut- und Gastvögel, wertvolle Gebiete.

Dennoch muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass nach der letzten Risikoeinschätzung des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) vom 24.01.2017 weiterhin von einem hohen Eintragsrisiko der Aviären Influenza in Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel auszugehen ist, da die hochpathogen Form der Aviären Influenza H5N8 derzeit bei Wildvögeln in 23 europäischen Staaten und in 15 betroffenen Bundesländern Deutschlands vorkommt.

Oberste Priorität hat der Schutz der Nutzgeflügelbestände vor einer Infektion mit hochpathogenem Aviären Influenza Virus (HPAIV) H5N8.

Hierbei steht die Errichtung einer physikalischen und funktionellen Barriere zwischen den Habitaten von Wildvögeln und den Geflügelhaltungen im Vordergrund. Die Aufstallung von Geflügel und weitere Biosicherheitsmaßnahmen minimieren das Risiko eines direkten und indirekten Kontakts mit infizierten Wildvögeln. Die Aufstallung von Geflügel wird seitens des FLI mindestens in Regionen mit hoher Wasservogeldichte, hoher Geflügeldichte, in der Nähe von Wildvogelrast- und Wildvogelsammelplätzen oder an bestehenden HPAIV H5N8-Fundorten empfohlen.

Da die Gefahr niedersachsenweit noch nicht gebannt ist und der Landkreis Hameln-Pyrmont aufgrund der v. g. Risikobewertung zu einem der wenigen Landkreise in Niedersachsen gehört, der die Stallpflicht aufhebt, behält die Verordnung vom 18.11. 2016 über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen bis zum 20.05.2017 weiterhin Gültigkeit. Diese Verordnung verpflichtet auch Geflügelhalter mit weniger als 1000 Tieren und damit alle Geflügelhalter zur Einhaltung der Grundregeln der Biosicherheit. Nach der Verordnung müssen vor allem auch die indirekten Eintragungswege, beispielsweise über durch Wildvögel verunreinigtes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu und Gegenstände (Schuhwerk, Schubkarren, Fahrzeuge usw.) unterbunden und durch geeignete Desinfektionsmaßnahmen minimiert werden. Die Überprüfung, Optimierung und konsequente Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen haben höchste Bedeutung.

Den Geflügelhaltern wird unter Berücksichtigung der Risikobewertung des FLI empfohlen, das Hausgeflügel weiterhin im Stall zu halten. Diese Maßnahme ist vom einzelnen Halter aber vor dem Hintergrund des Tierschutzgedankens selbst zu bewerten und zu entscheiden.