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29.09.2017

"Vielfalt ist Bereicherung, auch bei der Arbeit"

In dieser Woche fand die Kick-Off-Veranstaltung zum Projekt überbetriebliche Integrationsmoderatorin bei der Impuls gGmbH in Hameln statt.
Zu den Aufgaben von Sandra Nädler-Grupe, die am 1. Juni 2017 ihre Arbeit als überbetriebliche Integrationsmoderatorin aufgenommen hat, zählen insbesondere die Zusammenführung von geeigneten Flüchtlingen mit Arbeitgebern, Beratung und Information von Flüchtlingen zum Thema Arbeitsaufnahme, Unterstützung bei der Einholung einer Arbeitsgenehmigung, Vernetzungsarbeit und Pflege von Kontakten mit Arbeitgeber-Service, den Betrieben und weiteren Akteuren sowie die Abfrage von Bedarfen im Themenbereich Integration auf Seiten der Betriebe und auf Seiten der Flüchtlinge.

Nädler-Grupe fungiert zudem als Schnittstelle zwischen Maßnahmen wie dem Migrationscenter und der Arbeitsagentur, bzw. dem Jobcenter, wo sie regelmäßig freitags beim Arbeitgeber-Service in Hameln anzutreffen ist. Zudem begleitet sie Flüchtlinge zu Vorstellungsgesprächen und unterstützt Arbeitgeber bei behördlichen Angelegenheiten. Auch die wichtige Nachbetreuung von Flüchtlingen in ganz verschiedenen Beschäftigungsverhältnissen, wie Ausbildung, Arbeit, Trainingsmaßnahme oder Einstiegsqualifizierung, gehört zu ihrem Tagesgeschäft.

Thema der Veranstaltung war die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Verschiedene Firmen aus dem Landkreis berichteten über erfolgreiche Praxisbeispiele, bei denen die Integration von Flüchtlingen in Arbeit bereits gut gelungen ist. So stellten Mohammad, Adel, Ishak und Mohamed aus dem Sudan, Amadou aus Guinea und Daouda von der Elfenbeinküste sich und ihre Tätigkeiten vor.

Im Rahmen von vier Themenfeldern wurde dann mit Teilnehmern aus Verwaltung, Betrieben, Institutionen und den geflüchteten Menschen diskutiert und zusammengetragen, welche Dinge schon gut gelingen und in welchen Bereichen es noch Handlungsbedarf gibt. Neben den Bereichen Mobilität, kulturelle Vielfalt und Umgang mit Behörden, sahen die Teilnehmer der Veranstaltung den größten Handlungsbedarf bei der Sprache.
So sollten in der Zukunft auch Sprach- und Integrationskurse im Abendbereich für Flüchtlinge angeboten werden, die bereits in einem Arbeitsverhältnis stehen. Erste Angebote in diesem Bereich sind bereits initiiert. So startet im Oktober in Coppenbrügge bereits der dritte Sprachkurs über die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB). Es handelt sich hierbei um einen Kurs, der am Abend und am Wochenende in Kooperation mit der Impuls gGmbH, Projekt überbetriebliche Integrationsmoderatorin, angeboten wird.
Positiv wurde von den Arbeitgebern die hohe Motivation der geflüchteten Menschen hervorgehoben. „Meine beiden Mitarbeiter aus dem Sudan sind immer pünktlich und verlässlich. Jeden Morgen fahren sie acht Kilometer mit dem Fahrrad von Coppenbrügge nach Herkensen und am Abend die gleiche Strecke zurück“, so berichtete Dirk Pütger, Geschäftsführer der Firma Bestra Bau.
Zum Thema Nachwuchsmangel im Handwerk äußerte sich Björn Joachim, Geschäftsführer der Firma Aerzener Gala-Bau: „Wir müssen diesen jungen Menschen eine Chance geben. Gerade im Handwerk brauchen wir Nachwuchs, den wir zu Fachkräften ausbilden können.“
Als Ergebnis der Veranstaltung steht für Nädler-Grupe fest, „dass bereits viele Maßnahmen im Entstehen sind oder sich auch bereits gut entwickelt haben, es aber insbesondere in den Bereichen Sprachförderung und Mobilität noch Handlungsbedarf gibt.“
Deutlich wurde insbesondere, dass der Spracherwerb Zeit braucht und nicht mit der Arbeitsaufnahme aufhört. Vielmehr bedarf es einer weiteren berufsbezogenen sprachlichen Förderung, mit der die Arbeitgeber nicht allein gelassen werden dürfen.