Hilfsnavigation
Sprache 


Seiteninhalt
30.07.2019

Altablagerung Hastenbeck: Ergebnisse der Innenraumluft- und Bodenluftmessungen

Der Landkreis Hameln-Pyrmont beauftragte als zuständige Untere Bodenschutzbehörde ein Ingenieurbüro mit der Orientierenden Untersuchung einer Altablagerung in Hastenbeck Im Bereich Pommernweg/Hopfenbreite. Ziel war die Überprüfung, ob von der Altablagerung  eine Gefährdung für Menschen oder die Umwelt ausgehen kann.

Bei einer ersten Untersuchungskampagne im Jahr 2018 wurden bereichsweise  auffällig hohe Kohlenstoffdioxid- (CO2-) und Methan- (CH4-) Gehalte in der Bodenluft gemessen. Daher wurden zwei weitere Untersuchungskampagnen zur Ermittlung der Konzentrationen auf den bebauten Grundstücken durchgeführt. Hierbei war zu ermitteln, ob erhöhte Konzentrationen in der Nähe der Wohngebäude vorliegen und ob diese potenziell in die Kellerräume der Wohnhäuser eintreten können.

In Deponien für Hausmüll können sich über relativ lange Zeiträume die Gase CO2 und Methan bilden. CO2 ist ein Gas, das auch in vielen natürlichen Böden in höherer Konzentration vorliegt, als in der Atmosphäre. Wenn sich organische Materialien, wie zum Beispiel Küchen- und Gartenabfälle, im Untergrund zersetzen, sind die Konzentrationen jedoch gegenüber natürlichen Böden erhöht. CO2 hat aufgrund seines im Vergleich zur Umgebungsluft relativ hohen Gewichts keine Neigung nach oben aus dem Boden zu entgasen. Es kann jedoch potenziell in Kellerräume oder Schächte eintreten, wenn diese Undichtigkeiten aufweisen. Außerhalb geschlossener Räume vermischt sich das CO2 mit der Umgebungsluft  und kann keine gesundheitsgefährdenden Konzentrationen erreichen.

Die Untersuchungen zeigen, dass deutlich erhöhte Konzentrationen an CO2 in der Bodenluft (bis ca. 20 Vol.-%) nur innerhalb des Ablagerungskörpers vorliegen. Randlich der Altablagerung liegen die Gehalte im für natürliche Böden üblichen Bereich von rd. 2–5 Vol.-%.  Der Methangehalt lag nur in wenigen Bodenluftproben oberhalb der Bestimmungsgrenze des Labors von 0,1 Vol.-%. Nur einmalig wurde ein Gehalt von 4 Vol.-% nachgewiesen.

Die Gaszusammensetzung mit hohen CO2-Gehalten und demgegenüber nur geringen Methan-Konzentrationen weist darauf hin, dass die organischen Materialien sich in einem fortgeschrittenen Zustand der Zersetzung befinden, bei dem nur ein geringer Gasdruck in der Ablagerung vorherrscht und die Gase nicht seitlich entweichen.  Aufgrund der teilweise hohen Mächtigkeiten der abgelagerten Materialien ist jedoch damit zu rechnen, dass auch in den kommenden Jahrzehnten weiterhin CO2 in der Altablagerung produziert wird.

Der durch die CO2- und Methanentwicklung betroffene Bereich konnte nach den ersten beiden Untersuchungskampagnen deutlich eingegrenzt werden. In der dritten Kampagne Mitte Juni dieses Jahres wurden lokal Bodenluftmessstellen für mehrmalige Messungen installiert.

Durch regelmäßige Probenahmen an den Messstellen wird die CO2-Konzentration in der Bodenluft mehrfach überprüft. Hiermit wird ermittelt, wie stark die Konzentrationen im Jahresverlauf schwanken. Zeitgleich fanden Messungen in den Kellerräumen nahegelegener Wohngebäude statt, um sicherzugehen, dass kein CO2 aus der Bodenzone in die Keller eintritt. In Bereichen, in denen keine (teilweise) unterirdischen Bauwerke, wie Keller oder Schächte, vorliegen, stellt CO2 keine Gefahr für die Gesundheit dar.

Unter Einbeziehung eines Gebäudesachverständigen wurden ausgewählte, repräsentative Kellerbereiche im Bereich der Altablagerung begutachtet und bewertet.

„Bei den bislang durchgeführten Messungen wurden auch im  unmittelbaren Bereich der Altablagerung keine erhöhten CO2-Konzentrationen in den Kellerräumen festgestellt“, erklärt Torsten Röpke, Leiter der Unteren Bodenschutzbehörde.

Weitere Messungen der Boden- und Innenraumluft sind für August und Oktober vorgesehen.