Hilfsnavigation
Sprache 


Seiteninhalt
08.03.2019

Berufsschulen sind Anker für die Gewinnung von Fachkräften

Die niedersächsischen Landkreise und die Region Hannover fordern verstärkte Anstrengungen des Landes für eine angemessene Lehrerausstattung an den Berufsschulen. In einem von der Landkreisversammlung des Niedersächsischen Landkreistages (NLT) in Bad Lauterberg, Landkreis Göttingen, verabschiedeten Positionspapier werden die Berufsschulen als Anker für die Gewinnung von Fachkräften bezeichnet.

„Angesichts der Bedeutung der Berufsschulen für die wirtschaftliche Entwicklung im gesamten Land ist es nicht hinnehmbar, dass wir bei den Allgemeinbildenden Schulen erregte Diskussionen führen, ob die Unterrichtsversorgung schon bei 100 Prozent oder erst bei 102 Prozent gesichert ist, bei den Berufsschulen aber eine Unterrichtsversorgung von landesweit ca. 90 Prozent achselzuckend zur Kenntnis genommen wird. In einigen Berufsbereichen und Berufsschulen ist die Situation mit 80 Prozent Versorgung noch viel dramatischer. Es bedarf dringend verstärkter Anstrengungen des Landes für eine bessere Lehrerausstattung“, forderte NLT-Präsident Landrat Bernhard Reuter, der auf den Tag genau vor 20 Jahren zum ersten und einzigen hauptamtlichen Landrat im damaligen Landkreis Osterode am Harz gewählt worden war.

Reuter erinnerte aber auch an die eigene Verantwortung der Berufsschulen und ihrer Träger. Für Miniklassen unter sieben Schüler gibt es keine Zuweisungen von Lehrerstunden durch das Land. Der Unterricht muss aus dem vorhandenen Budget für andere Klassen bestritten werden. „Das hat auch Auswirkungen auf die Qualität. Schulen und ihre Träger müssen daher die Offerte des Landes für ein unterstütztes regionales Angebotsmanagement nutzen. Nur durch verbesserte Abstimmung und ein gegenseitiges Geben und Nehmen wird es gelingen, flächendeckend eine hochwertige Berufsschulversorgung zu sichern“, appellierte Reuter an Land und Kommunen gleichermaßen.

Das neunseitige Positionspapier der Landkreisversammlung gliedert sich in zwei Abschnitte. Zum einen wird die Bedeutung der Fachkräfte als Zukunftsfaktor für die niedersächsischen Landkreise und die Region Hannover für eine leistungsfähige Kommunalverwaltung betont. Zum anderen wird die Verantwortung der 36 Landkreise und der Region Hannover für eine wirtschaftsfreundliche Infrastruktur in allen Teilen des Landes Niedersachsen hervorgehoben. Dieser Teil des Papiers widmet sich in einzelnen Abschnitten
- einer Arbeitsmarktpolitik, die auch die Menschen mit schwierigen Ausgangsbedingungen mitnimmt,
- begrüßt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz des Bundes als notwendiges Segment der Zuwanderung,
- betont die Bedeutung der Berufsschulen,
- fordert mehr Hochschulstandorte in den ländlichen Räumen, 
- unterstreicht die Bedeutung flächendeckender Angebote der Erwachsenenbildung,
- betrachtet eine attraktive digitale Infrastruktur in allen Landesteilen als unverzichtbar,
- mahnt Veränderungen bei der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes sowie der Gemeinsamen Agrarpolitik für eine zukunftsgerichtete Förderung des ländlichen Raumes an und
- geht auf den Stellenwert der kommunalen Wirtschaftsförderung ein.

Das Positionspapier „Fachkräfte als Standortfaktor für starke Landkreise“ steht auf der Homepage des NLT zum download bereit.