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17.12.2015

Brand in der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne verläuft glücklicherweise glimpflich

Am gestrigen Mittwoch kam es auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne zu einem Brand, dessen Folgen aber dank der exzellenten Arbeit von Sicherheitsdienst, Feuerwehr, DRK und Polizei glücklicherweise in überschaubarem Rahmen gehalten werden konnte.

Um 18:14 Uhr löste die Brandmeldeanlage in einem der Wohnblöcke Feueralarm aus. Bereits um 18:18 Uhr – also nach vier Minuten – war der gesamte Wohnblock evakuiert und die 168 evakuierten Bewohner wurden durch Dolmetscher, Sicherheitskräfte und die Objektleitung in der Sporthalle auf dem Gelände betreut. Gegen 23:00 Uhr konnte der Block wieder freigegeben werden und fast alle Bewohner durften in ihre Zimmer zurückkehren. 16 Bewohner aus direkt an den Brandherd angrenzenden Zimmern wurden in einem anderen Wohnblock untergebracht. Vier Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes erlitten eine Rauchgasvergiftung und wurden in umliegende Kliniken verbracht.

„Dass nicht mehr passiert ist, ist allein dem beherzten Eingreifen der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes zu verdanken. Sicherheitsdienst, Feuerwehr, DRK und Polizei haben gemeinsam einen exzellenten Job gemacht.“, lobt Landrat Tjark Bartels. Den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes wünsche er eine rasche Genesung.

Der Brand wurde nach jetzigem Kenntnisstand durch zwei Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung gelegt. Kurz nach Auslösung der Brandmeldeanlage begaben sich die vermeintlichen Brandstifter zum Haupttor und hielten sich ein Messer an den Hals. Sie verlangten nach der sofortigen Alarmierung der Polizei. Nach Eintreffen der Polizei ließen sich die Männer widerstandslos festnehmen.

Die Bewohner wollten durch ihre Tat offensichtlich die Herausgabe ihrer Reisepässe beschleunigen, da sie aufgrund eines Todesfalles in der Familie dringend in ihre Heimat zurückkehren wollten. Zu diesem Zweck sprachen die Männer in den späten Nachmittagsstunden in der Registrierung vor und gaben bekannt, dass Sie in den Libanon zurück reisen wollen, ihnen aber die Pässe nicht ausgehändigt werden. Auch dort konnte man ihnen jedoch nicht helfen, da die Reisepässe zunächst von anderen Behörden angefordert werden mussten. Darüber hinaus waren die Bewohner nicht in der Lage, ihre Heimreise selbst zu finanzieren, so dass vor einer möglichen freiwilligen Ausreise erst entsprechende finanzielle Mittel über die Internationale Organisation für Migration beantragt werden mussten.

Landrat Tjark Bartels zeigt sich entsetzt über das Vorgehen der vermeintlichen Brandstifter, die mit ihrer Tat eine Vielzahl an Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern in Gefahr gebracht haben. „Keine persönliche Dramatik rechtfertigt es, billigend in Kauf zu nehmen, dass andere Menschen zu Schaden kommen. Solch ein Vorgehen fordert eine konsequente strafrechtliche Verfolgung.“, so Bartels.

Unter den Bewohnerinnen und Bewohnern war in den Stunden nach dem Brand eine große Betroffenheit zu spüren. Auch sie zeigten kein Verständnis für das Handeln der beiden vermeintlichen Brandstifter.