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12.06.2019

Chancen und Risiken der Dieselnachrüstung

Seit der Europawahl hat der Klimaschutz an Stellenwert gewonnen. Zu Recht werden verschiedene Bereiche auf der Suche nach weiteren Optimierungen durchleuchtet. So steht derzeit auch der ÖPNV mit den Abgaswerten eingesetzter Linienbusse im Focus.

Was viele nicht wissen ist, dass die Busse der Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont mbH (VHP) bereits jetzt sehr umweltfreundlich unterwegs sind.

Das Beschaffungsprogramm der Öffis sieht den Ersatz von jährlich bis zu acht Bussen vor. Dieses unterstützt der Landkreis Hameln-Pyrmont jährlich mit 1,0 Mio. Euro. Jedes Jahr werden bis zu acht Altfahrzeuge mit älteren EURO-Normklassen durch Neufahrzeuge ersetzt. Seit 2015 sind hierdurch bereits 29 Busse nach der aktuellen Abgasnorm Euro VI in Dienst gestellt worden, weitere acht Großbusse und drei Minibusse werden in diesem Jahr im Spätsommer folgen, so dass dann schon mehr als 50% unserer Flotte emissionsarm unterwegs ist.

Laut dem Luftreinhalteplan der Stadt Hameln wird gefordert, Busse der EURO-Norm 0–II gegen Fahrzeuge der EURO-Norm V, V-EEV und VI auszutauschen. So wird bereits Ende 2019 nur noch ein Bus der Euro-Norm II der Flotte der Öffis angehören.

So wird sich der Fuhrpark 2019 und 2020 entwickeln

 

2019

2020

EURO II:         

1 Bus

-

EURO III:       

16 Busse

9 Busse

EURO IV:         

4 Busse

4 Busse

EURO V:          

5 Busse

5 Busse

EURO V-EEV:

10 Busse

10 Busse

EURO VI:       

41 Busse

49 Busse

Nachrüstung ist nicht gleich Nachrüstung!

Grundsätzlich sind nur Fahrzeuge der Schad­stoff­klassen EURO-Norm V bzw. EURO V-EEV nachrüst­bar! Das bedeutet, Busse mit bereits optimalen Abgaswerten werden noch weiter „veredelt“. Hier ist fraglich, ob sowohl der finanzielle Aufwand mit ca. 20.000 €/ Fahrzeug als auch das erzielte Ergebnis eine Umrüstung rechtfertigen. Der Schwerlastverkehr und der Individualverkehr haben einen viel höheren Anteil am Verkehrsmix, so dass es hier weitaus wichtiger wäre, Maßnahmen zur Reduzierung der Gesamtemission einzuleiten.

Gravierender ist jedoch die Tatsache, dass eine Nachrüstung nur dann erfolgen kann, wenn die technischen Möglichkeiten gegeben sind! Nach aktueller Aussage des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sind alle bisher zugelas­senen Nachrüst-Systeme für Modelle des Hersteller Solaris auf Motoren ausgerichtet, wie sie nicht in unseren Bussen verbaut sind! Dies ist ein Fakt, denn wir nicht verändern können.

ÖPNV hat im Vergleich zum Auto schon heute geringere Emissionen

Die Emissionen müssen je Auslastungsgrad gemessen werden. Daher wird mit zunehmender Besetzung des Fahrzeuges die CO2-Bilanz pro Person verbessert. Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Auslastung von 16 Personen im Bus und 1,5 Personen je PKW, führt jede Fahrt, die mit einem öffentlichen Verkehrsmittel anstatt mit dem Pkw zurückgelegt wird, zu einer Redu­zierung des CO2-Ausstosses (Quelle: Verkehrsclub Deut­schland (VCD)).

Der aktualisierte Luftreinhalteplan der Stadt Hameln von 2018 weist auch als eine Maßnahme zur Reduzierung der Gesamtverkehrsbelastung die Förderung der ÖPNV-Nutzung aus. Mit der Tarifreform 2017 wurde die Fahrgaststeigerung in Folge der Investitionen in ein vereinfachtes und günstiges Tarifsystem erzielt. Wir erwarten für 2019 rund 10 Mio. Fahrgäste. Durch den Umstieg vom Individualverkehr zum ÖPNV konnte somit die Emissionsreduktion nochmals verstärkt werden.