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20.01.2016

Endlich wieder lernen: Jetzt auch Kinderbetreuung für über Achtjährige in Hamelns Erstaufnahmeeinrichtung

Seit Anfang September leben bis zu 1 000 Flüchtlinge unterschiedlichster Herkunft in Hamelns Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne. Darunter sind auch viele Kinder, die ihre Heimat, die Schule, ihre Freunde und ihr gesamtes bisheriges Leben und damit auch den gewohnten Alltag hinter sich lassen mussten. Um diesen, oft durch Krieg und Flucht traumatisierten Mädchen und Jungen wieder etwas normale Kindheit ermöglichen zu können sowie die ersten Schritte zur Integration zu schaffen, haben die Verantwortlichen des DRK-Kreisverbandes Weserbergland e.V. eine Kinderbetreuung für über Achtjährige eingerichtet.

Für Kinder im schulpflichtigen Alter, die in den Erstaufnahmeeinrichtungen leben, fehlt zumeist eine schulgerechte Betreuung. Diese ist jedoch äußerst hilfreich, um ihnen den Schulstart nach dem Umzug in die zugewiesene Gemeinde zu erleichtern. Auch können mithilfe einer altersentsprechenden Förderung und Betreuung die Grundsteine für eine beschleunigte und gezielte Integration gelegt werden.

Damit die älteren Kinder in Hamelns Erstaufnahmeeinrichtung ihr Wissen ausbauen, Strukturen kennenlernen und Angebote selbstständig wahrnehmen können, haben Sozialarbeiter im Team von Lieselotte Sievert, pädagogische Leiterin der Einrichtung, ein Konzept für die Kinder über acht Jahre erarbeitet und aktuell umgesetzt. Das Ziel dieses Angebotes ist es, die schulpflichtigen Mädchen und Jungen vom Kasernenalltag sowie von belastenden Erfahrungen abzulenken, sie auf andere Gedanken zu bringen und ihnen durch neues Wissen positive Perspektiven zu schaffen.

Die Kinderbetreuung der über Achtjährigen findet an fünf Tagen in der Woche statt. Sie ist aufgeteilt in einen Lernbereich am Morgen und die offene Kinder- und Jugendarbeit am Nachmittag. Drei hauptamtlich angestellte Sozialarbeiter kümmern sich in dieser Zeit um die Kinder. Sie werden durch vier weitere Sozialarbeiter sowie durch sechs ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt.

Der Lernbereich am Morgen umfasst die spielerische Vermittlung von Deutschkenntnissen, Mathematikgrundlagen, vereinfachter Sachkunde sowie der Förderung von Fein- und Grobmotorik. Ein wichtiger Aspekt ist zudem auch die Weitergabe von Sozialverhalten und Verhaltensweisen im deutschen Kulturraum. In der Nachmittagsbetreuung stehen für die Kinder neben Kreativ- und Sportangeboten Ausflüge in die nähere Umgebung auf dem Programm.

„Das Angebot wurde von Anfang an dankbar angenommen“, freut sich Lieselotte Sievert über die positiven Ergebnisse, „morgens nehmen bis zu 20 und nachmittags bis zu 30 Kinder an den Bildungsangeboten teil.“