EnergieWende an allen berufsbildenden Schulen des Landkreises
Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat die Bildungsveranstaltung „EnergieWende - Wie wollen wir morgen leben?“ an alle 3 berufsbildenden Schulen geholt. Am 5. und 6. März 2026 ist jeweils ein Projekttag „Unsere Energiewende!“ an der Elisabeth-Selbert-Schule und an der Rüdiger-Butte-Schule durch das bundesweit ausgezeichnete Team der Multivision e.V. angeboten worden. Der Landkreis Hameln-Pyrmont finanziert die Veranstaltungen mit Workshops und einer abschließenden Podiumsdiskussion als Umweltbildungsangebot für Lernende.
Die Energiewende ist eine der großen gesamtgesellschaftlichen Aufgaben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, die auf allen Ebenen geplant und vor Ort umgesetzt werden muss.
Damit ist es für alle Akteure wichtig, die gemeinsamen Ziele zu kennen, die lokalen Voraussetzungen zu begreifen und vor Ort in den Dialog zu treten. Der Projekttag vermittelt grundlegendes Wissen und regt dazu an, sich mit den Themen Klimaschutz und Energiewende detailliert zu befassen und in einen Austausch mit den lokalen Akteuren zu treten.
Der Projekttag „Unsere Energiewende!“ wendet sich direkt an die junge Generation, um deren Zukunft es geht. Der Tag startet mit Workshops, Rollenspielen, Infoblöcken sowie Kurzfilmen zu den Themenfeldern Energiewende und Nachhaltigkeit. Gegen Mittag haben sich alle Schülerinnen und Schüler in der Aula versammelt, um ihre Arbeitsergebnisse aus der Gruppenarbeit im Plenum vorzustellen. Der Projekttag endete mit einer abschließenden Podiumsdiskussion. Hier standen lokale Akteure den jungen Menschen Rede und Antwort und berichteten von ihren Erfahrungen.
Auf dem Podium diskutierten mit den Jugendlichen Volker Peters, BUND, Oliver Nacke, NABU, Dr. Wilhelm Koops, ehemaliger Leiter der KGS Salzhemmendorf und Kreistagsabgeordneter sowie Christiane Lampen von der Kreisverwaltung Hameln-Pyrmont. Auf die Frage eines Schülers, warum wichtige Projekte von der Entscheidung bis zur Umsetzung so lange brauchen würden, verwies Dr. Wilhelm Koops auf die Genehmigungswege und die deutschen Klagemöglichkeiten: „In unserer Demokratie kann jede Entscheidung auf verschiedenen Gerichtsebenen langjährig beklagt werden.“ Er verwies auf das Beispiel Dänemark mit einer umfassenden zentralen Wärmeversorgung und dem flächendeckenden Ausbau der Erneuerbaren Energien dort: „Bei Themen von nationalem Interesse könnte es von Vorteil sein, die Klagemöglichkeiten zu verkürzen, um schneller in die Umsetzung zu kommen.“ Er nannte als Beispiel die Fehmarn-Belt-Querung: Während der dänische Teil des Tunnels bereits fast fertiggestellt sei, würde sich der deutsche Teil noch im Genehmigungsverfahren befinden.
Oliver Nacke, der von seiner Ingenieurstätigkeit im Ausland berichtete, war beeindruckt von den kritischen Fragen und vom Engagement der Schülerinnen und Schüler des Fachgymnasiums und der Fachoberschule. Es stimme ihn optimistisch, dass in dieser Generation viel Potenzial stecke, aktiv an der Verbesserung unserer Lebensqualität und am Schutz des Klimas mitzuwirken. Er forderte die Jugendlichen auf „schlagen Sie diesen Weg auch beruflich ein und arbeiten Sie mit an diesen wichtigen Zukunftsaufgaben.“
Die Projekttage werden im August an der Theodor-Heuss-Realschule fortgesetzt.
„Mit diesem Angebot wollen wir das Interesse der Jugendlichen anregen, ihre persönliche Position zum Thema Energiewende zu finden und ihre Mitwirkungsmöglichkeiten zu erkennen. Klimaschutz wird nur gelingen, wenn es eine breite gesellschaftliche Akzeptanz gibt und möglichst jede und jeder seinen Teil beiträgt. Daher ist es sehr wichtig, dazu proaktiv mit jungen Menschen in den Austausch zu treten“, so Landrat Dirk Adomat zur Landkreis-Förderung.
Die Multivision e.V. ist als Maßnahme „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen ausgezeichnet und eine der größten deutschen Akteure der Nachhaltigkeitsbildung.
