Eröffnung Palliativeinheit am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont
Heute hat das Sana Klinikum Hameln-Pyrmont auf der Station A1 eine neue Palliativeinheit eröffnet. Die speziell ausgestattete Einheit umfasst zwei Patientenzimmer sowie ein Angehörigenzimmer und bietet schwerkranken Menschen und ihren Familien einen geschützten Raum für eine umfassende, ganzheitliche Betreuung. Die neue Einheit ergänzt das bestehende Angebot des Hauses. Der Palliativ-Konsiliardienst, der seit Jahren auf allen Stationen beratend tätig ist, bleibt weiterhin bestehen. Er unterstützt auch künftig Patientinnen und Patienten, deren Behandlungssituation eine spezialisierte palliativmedizinische Begleitung erfordert.
„Mit der neuen Palliativeinheit schaffen wir einen Ort, an dem die Bedürfnisse von Patienten und Angehörigen im Mittelpunkt stehen“, betont Dr. Heiner Ruschulte, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. „Unser Ziel ist es die Symptome und Beschwerden der uns anvertrauten Patientinnen und Patienten mit unheilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankungen soweit zu lindern und, wenn möglich, ihre Krankheits- und Betreuungssituation so stabilisieren, dass wir sie wieder in ihr häusliches Umfeld oder in eine andere Weiterbetreuung entlassen können und sie damit die Möglichkeit erhalten, die ihnen verbleibende Lebenszeit nach ihren individuellen Bedürfnissen gemeinsam mit ihren Angehörigen zu gestalten.“
Auch für Landrat Dirk Adomat ist die Eröffnung der Palliativeinheit im Hamelner Sana-Klinikum eine gute Nachricht für den Landkreis Hameln-Pyrmont. „ Die Palliativeinheit ergänzt das bestehende Versorgungsangebot und ist ein weiterer Baustein für unsere sehr gute regionale Gesundheitsinfrastruktur“, betont der Landrat.
Umfassende Betreuung durch ein multiprofessionelles Team
Das Konzept der neuen Einheit basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz: Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Pflegekräften mit spezieller Weiterbildung in der Palliativpflege, Psychologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Seelsorge, Logopäden, Wundexperten, Ernährungsberatern, Psychoonkologen und dem Sozialdienst arbeitet eng zusammen. Ergänzt wird die Versorgung durch die enge Kooperation mit dem Palliativstützpunkt Hameln, niedergelassenen Ärzten, ambulanten Pflegediensten sowie Hospizdiensten in der Region.
„Ziele der Palliativversorgung sind ein menschenwürdiger Umgang mit Leben, Sterben und Tod sowie der Erhalt von Autonomie und Würde Schwerstkranker und Sterbender“, erklärt Dr. med. Iris Nébor, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin II, Sektion Hämatologie und Onkologie, die die palliativmedizinische Betreuung gemeinsam mit Dr. Ruschulte leitet. „Jeder Patient bringt seine eigene Geschichte mit. Unsere Aufgabe ist es, ihm und seinen Angehörigen in dieser Phase Sicherheit, Entlastung und Lebensqualität zu schenken.“
Räume, die Ruhe schaffen
Die Palliativeinheit auf Station A1 wurde bewusst abseits des regulären Stationsalltags gestaltet, um eine ruhige, respektvolle Atmosphäre zu schaffen. Helle, ansprechend eingerichtete Zimmer, ein Aufenthaltsraum für vertrauliche Gespräche sowie ein Angehörigenzimmer bieten Rückzugs- und Begegnungsmöglichkeiten.
Die Besuchszeiten sind individuell und großzügig geregelt, um Angehörigen jederzeit den Kontakt zu ermöglichen.
Palliativmedizinische Begleitung
„Palliativmedizinisches Vorgehen umfasst Vorbeugen und Lindern von Leiden durch frühzeitiges Erkennen und sicheres Beurteilen einer Patientensituation sowie die angemessene und wirksame Behandlung von Schmerzen, Ängsten, Übelkeit, Schlaflosigkeit und anderen Beschwerden körperlicher, psychischer und spiritueller Art. Wir stellen eine optimale Symptomkontrolle sicher und gehen mit speziellen Therapiekonzepten auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten ein. Auch unser Pflegeteam ist für diese Aufgaben speziell ausgebildet und arbeitet ganz eng Hand in Hand mit den Palliativmedizinern zusammen“, so Dr. Ruschulte. Tägliche Visiten, regelmäßige Fallbesprechungen und interdisziplinäre Palliativsitzungen stellen sicher, dass die Behandlung individuell abgestimmt und kontinuierlich überprüft wird.
Nach Abschluss der stationären Behandlung wird gemeinsam mit den Patienten und ihren Angehörigen entschieden, wie die Versorgung weitergeführt wird – sei es im häuslichen Umfeld, durch ambulante Dienste oder in einem Hospiz.
Mit der neuen Palliativeinheit stärkt das Sana Klinikum Hameln-Pyrmont seine Kompetenz in der palliativen Versorgung und setzt ein klares Zeichen für Wertschätzung, Menschlichkeit und Würde in der letzten Lebensphase. „Wir können das Leben nicht verlängern, aber wir können dafür sorgen, dass es auch in seiner letzten Phase lebenswert bleibt. Dafür steht unsere neue Palliativeinheit“, so Dr. Ruschulte.
