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Notunterkunft auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne wird vom Landkreis Hameln-Pyrmont künftig als Familien-Erstaufnahmeeinrichtung betrieben

In den letzten Tagen gab es ein Thema, welches uns in hohem Maße beschäftigt hat: die Ankunft einer Vielzahl von Personen, die auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung in ihren Heimatländern in Deutschland Aufnahme gefunden haben.

Erst am 03. September hat Landrat Tjark Bartels dem Land Niedersachsen vorgeschlagen, zur Entspannung der Gesamtsituation in Bund und Land kurzfristig auf dem Gelände der Linsingen Kaserne in Hameln Flüchtlinge unterzubringen. Bereits zwei Tage später konnten dank der professionellen Unterstützung von vielen Seiten die ersten Personen empfangen und willkommen geheißen werden. Neben den ehrenamtlichen Kräften von DRK, THW und Feuerwehr waren es insbesondere auch externe Firmen, die in Sonderschichten dafür gesorgt haben, dass mittlerweile 687 Personen untergebracht, betreut und versorgt werden können.

Parallel dazu wurde gemeinsam mit dem Land Niedersachsen und dem DRK Kreisverband Weserbergland e.V. ein Konzept für den weiteren Betrieb der Unterkunft auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne erarbeitet.

Dieses Konzept sieht vor, dass für die Dauer eines Jahres auf dem Areal der Linsingen-Kaserne eine „Familien-Erstaufnahmeeinrichtung“ vorgehalten wird. Somit werden in erster Linie Familien und Alleinreisende Frauen und/oder Kinder bzw. Jugendliche aufgenommen. Dadurch ist es möglich, diesen besonderen Personenkreis aus der derzeit in den anderen Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes sehr schwierigen Situation herauszunehmen und Ihnen sowohl eine entspanntere Unterbringung zu bieten, als auch dem besonderen Betreuungsbedarf dieses Personenkreises gerecht zu werden.

Insgesamt kann so etwa 1.000 Personen der Weg in ein Stück Normalität erleichtert werden. Um die derzeitige Belegung bis zur Maximalbelegung weiter ausbauen zu können, sind weitere bauliche und logistische Voraussetzungen zu schaffen, so dass mit der Erreichung der Maximalbelegung erst in etwa drei Wochen gerechnet wird.

Die Einrichtung wird direkt durch den Landkreis Hameln-Pyrmont betrieben. Hierzu ist es gelungen, mit dem DRK-Kreisverband Weserbergland e.V. einen Partner zu finden, der den wesentlichen Teil der administrativen Aufgaben vor Ort übernehmen wird. Die Kosten der Einrichtung werden vom Land Niedersachsen getragen.

Um zu einer tatsächlichen Entlastung bei der Aufnahme von Flüchtlingen beitragen zu können, wurde seitens des Landkreises Hameln-Pyrmont auf die Anrechnung der untergebrachten Personen auf die normale Zuteilungsquote verzichtet. Im Gegenzug dazu hat das Land Niedersachsen zugesichert, dass ausschließlich Personen zugewiesen werden, die aus Kriegsgebieten kommen und eine gesicherte Identität haben.

Darüber hinaus erhält der Landkreis keine Zuweisungen mehr seitens des Landes, sondern erfüllt die Quote selbst durch Übernahme von Menschen aus der Einrichtung und verteilt diese Personen unter Anwendung des Königssteiner Schlüssels selbst in die Städte und Gemeinden.

Damit sich AnwohnerInnen, interessierte BürgerInnen und die BewohnerInnen der Linsingen-Kaserne näher kommen können, laden der DRK Kreisverband Weserbergland e.V. und der Landkreis Hameln-Pyrmont unter dem Motto „Zeit für Begegnung“ am Freitag, dem 18.09.2015 in der Zeit von 14:00 bis 17:00 Uhr auf das Gelände der Linsingen-Kaserne ein.

Neben der „Zeit für Begegnung“ haben die BesucherInnen bei Kuchen und türkischem Gebäck die Gelegenheit, das Gelände kennenzulernen, sich über die Möglichkeiten der Unterstützung und über die Einrichtung, die BewohnerInnen und deren Alltag zu informieren.