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13.11.2018

Sieben Frauen aus Eritrea finden im Landkreis neue Heimat

Mit der Aufnahmeanordnung vom 6. Juli 2018 ermöglicht das Bundesinnenministerium die Aufnahme von bis zu 300 besonders schutzbedürftigen Personen aus Libyen.

Die Maßnahme dient der Reduzierung der irregulären Migration. Die Personen handelt es sich um Staatsangehörige aus Syrien, Eritrea, Somalia, dem Irak und um Palästinenser, die aus ihrer Heimat zunächst nach Libyen geflüchtet sind. Vor den Hintergrund der aktuellen Sicherheitslage in Libyen wurden die Personen aus Libyen ausgeflogen, um das Resettlement-Verfahren in einer Einrichtung des UNHCR in Niger in Sicherheit durchführen zu können.

Aufgrund ihrer Erlebnisse auf der Flucht sind die Personen teilweise stark traumatisiert.

Am 15.10.2018 sind die ersten 247 Personen aus dem Niger nach Deutschland eingereist. Die Verteilung der Personen auf die einzelnen Bundesländer erfolgt nach dem für die Verteilung von Asylbewerbern festgelegten Schlüssel (Königsteiner Schlüssel). Daher sind auf Niedersachsen  22 dieser Personen verteilt worden.

Das Nds. Ministerium für Inneres und Sport hatte bereits im Vorfeld gebeten, dass Kommunen, die die Aufnahme besonders unterstützen möchten oder über eine wirtschaftliche und soziale Eingliederung förderliche Infrastruktur verfügen, eine entsprechende Absichtserklärung an die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen senden können.

Dies hat der Landkreis Hameln-Pyrmont getan, und geeigneten Wohnraum und die notwendige Betreuung angeboten. Nach einem 14tägigen Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung Friedland, konnten jetzt sieben Frauen aus Eritrea im Alter von 19 bis 21 Jahren ihre neuen Unterkünfte in Emmerthal und Bad Pyrmont beziehen. Sie bekommen als besonders Schutzbedürftige Personen eine Aufenthaltserlaubnis nach § 23 Abs. 4 Aufenthaltsgesetz, welche zunächst auf 3 Jahre befristet ist.

„Wir hoffen, dass die Frauen die in ihrer Heimat und auf der Flucht gemachten Erfahrungen schnell verarbeiten können, sich von den psychischen und physischen Strapazen vollständig erholen und die Chance nutzen,  sich möglichst reibungslos in ihr neues Lebensumfeld zu integrieren.“, sagt Ina Menzel, Leiterin des Amtes für Zuwanderung.

Die Aufnahme dieser Personen in Deutschland findet im Rahmen des zugesagten Kontingents von 10.200 Personen über Resettlement für 2018/19 statt und stellt somit keine zusätzliche Aufnahme dar, sondern lediglich eine Einbettung in bereits bestehende Kontingente – für das Jahr 2018 sogar die einzige Aufnahme nach § 23 Abs. 4 AufenthG.

Resettlement bezeichnet die Neuansiedlung von Geflüchteten aus einem Land, in dem sie bereits um Schutz nachgesucht haben, in einen zur Aufnahme bereiten Drittstaat. Dieser Staat gewährt den Betroffenen eine direkte und sichere Einreise und einen umfassenden Flüchtlingsschutz. Die Flüchtlinge werden in einem komplexen Verfahren unter Beteiligung des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) ausgewählt. 

Weitere Informationen hierzu: https://resettlement.de/resettlement/