Hilfsnavigation
Sprache 


Seiteninhalt
24.06.2014

Wer handelt fair?

SchülerGenossenschaft Kanstein und Landkreis Hameln-Pyrmont erarbeiten Einkaufsführer.

Kaffee und Tee aus fairem Handel, Marmeladen, Blumen, T-Shirts und Schokolade mit entsprechendem Gütesiegel: Im Landkreis Hameln-Pyrmont soll der „Fairführer“ künftig für den richtigen Überblick sorgen. Welche Geschäfte, Cafes und Restaurants bieten Fairtrade-Produkte an, welche Bäckereien, Caterer und Kantinen nutzen fair gehandelte Waren?

Dabei gibt es schon seit über 20 Jahren fair gehandelte Produkte im Landkreis Hameln-Pyrmont zu kaufen. Doch bisher waren das eher Geheimtipps für Insider, ein Überblick, wo welche Produkte in den Regalen stehen oder auf den Tisch kommen, fehlte bislang. Und genau dass soll sich ändern: Gemeinsam mit der SchülerGenossenschaft Kanstein erarbeitet der Landkreis Hameln-Pyrmont für alle bewussten Verbraucher einen Einkaufsführer in dem, neben viel Wissenswertem, alle Anbieter von fair produzierten Waren mit ihren Kontaktdaten und Öffnungszeiten zusammengestellt sein sollen.

"Mit dem neuen Einkaufsführer wollen wir die Menschen für „Fairtrade“ gesiegelte Produkte begeistern", sagt Landrat Tjark Bartels. „Und denjenigen die längst begeistert fair produzierte Waren konsumieren, wollen wir eine Hilfestellung beim Einkauf geben.“ Deshalb sollen die Einträge für alle Anbieter auch kostenlos bleiben. „Der Landkreis übernimmt die Druckkosten und mit der SchülerGenossenschaft Kanstein haben wir engagierte junge Menschen gefunden, die viel Zeit investieren, um diese Broschüre auf die Beine zu stellen“ fasst Bartels die Arbeitsteilung zusammen.

Alexander Ruhl, Schüler der 10. Klasse, erklärt seine Motivation in der SchülerGenossenschaft mitzuarbeiten wie folgt: „Wenn die Leute nicht wissen, was Fairtrade heißt, können sie auch nicht darüber nachdenken, Fairtrade-Produkte zu kaufen.“

Die SchülerGenossenschaft, 2009 gegründet, bemüht sich zurzeit um die Zertifizierung als „Nachhaltige Schülerfirma“. Bereits im Jahr 2013 haben Mitarbeiter der Genossenschaft eine Umfrage in der Hamelner Fußgängerzone durchgeführt und ausgewertet. Ihr Fazit: Viele Befragten wussten gar nicht, was sie eingekauft haben.

Zurzeit schreiben die Schülerinnen und Schüler unter der Anleitung von Lehrerin Sabrina Niemeyer Einzelhändler, Cafes, Kantinen und Restaurants an, stellen das Projekt vor und bitten um die Freigabe der Kontaktdaten für den geplanten Einkaufsführer. Die Einträge sind kostenlos und als Werbung für die „faire Idee“ gedacht. Die gedruckte Broschüre soll dann bei Touristinformationen und Gemeinden, aber auch bei interessierten Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben angeboten werden. Darüber hinaus ist geplant, die Informationen auch auf den Internetseiten des Landkreises als Download zur Verfügung zu stellen.

Der faire Einkaufsführer will für den Einkauf fair gehandelter Produkte werben, denn wer nachhaltig erzeugte Produkte einkauft, erhält nicht nur gute Qualitäten, sondern unterstützt soziale und ökologische Produktionsprozesse in den Erzeugerländern. Denn oftmals sind die Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern des globalen Südens katastrophal. Kinderarbeit, mangelnde Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie Hungerlöhne oder gar Sklavenarbeit sind bei der Gewinnung, Erzeugung oder Weiterverarbeitung unserer Produkte immer wieder zu finden. Das schwarz-blau-grüne Fairtrade-Siegel garantiert dagegen eine sozial- und umweltverträgliche Produktionsweise.

Mit Hilfe des neuen „Fairführers“ können Bürgerinnen und Bürger in Hameln-Pyrmont also aktiv Politik mit dem Ein-aufskorb betreiben. Händler und Betriebe, die sich einem verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Umwelt verpflichten, werden so gestärkt.
Auch Landrat Tjark Bartels ermuntert zur Einkaufsregel „Natürlich regional, saisonal, fair!“ „Denn die dient“, so Bartels „nicht nur den Menschen sondern hilft dem Klimaschutz und der heimischen Wirtschaft!“

Die Schülergenossenschaft Kanstein freut sich über Unterstützung: Alle, die faire Produkte anbieten oder zu Produkten verarbeiten, die dann verkauft werden, können sich mit Frau Niemeyer von der Schülergenossen-schaft Kanstein in Verbindung setzen und einen Eintrag in den „Fairführer“ erstellen lassen.