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Wissenswertes zum Thema Zecken

Wo leben Zecken?

Die in Deutschland am häufigsten vorkommende Schildzecke lebt vorzugsweise an Waldrändern, an Lichtungen oder an Bächen. Auch Gärten werden gerne als Lebensräume akzeptiert. Sie bewegen sich am Boden, im hohen Gras oder in Gebüsch und Unterholz bis zu einer Höhe von 1,5 m. Zecken lieben Feuchtigkeit und Wärme. Aus diesem Grund sind sie etwa nach einem Regentag im Sommer besonders aktiv. Aber auch bei trockenem oder kühlem Wetter sind Zecken noch auf der Jagd nach Wirten. Die Wirte, das sind vor allem Mäuse, Igel, Vögel, Rotwild und Rehe, aber auch der Mensch.
 
Um auf einen Wirt zu gelangen, braucht die Zecken "Körperkontakt", wenn auch nur für Bruchteile von Sekunden. In dieser kurzen Zeit gelangt die Zecke von der Vegetation auf den Wirt. Sie wird sozusagen abgestreift.

Wie übertragen Zecken Krankheiten?

Auf dem Wirt sucht sich die Zecke eine geeignete Stelle um zuzustechen. Sie bevorzugt Körperstellen mit dünner Haut, die besonders warm sind. Beim Menschen sind das speziell die Körperbereiche zwischen den Beinen, in den Kniekehlen, unter den Armen, im Nacken und am Haaransatz.
Die Zecke ritzt mit ihren Kieferklauen die Haut ein und schiebt den Stechapparat in die Wunde. Deswegen spricht man auch von einem "Zeckenstich". Dieser Stechapparat ist symmetrisch mit Widerhaken besetzt, die verhindern, dass die Zecke während des Saugvorgangs herausrutscht.
Ähnlich wie andere blutsaugende Insekten geben auch Zecken beim Zeckenstich vor Beginn der Nahrungsaufnahme ein Sekret ab, das mehrere wichtige Komponenten enthält:
einen Gerinnungshemmer, der eine Verstopfung des Saugrüssels verhindert und den Blutfluss hin zur Einstichstelle steigert,
eine Art Klebstoff, der den Stechapparat in der Haut zusätzlich zu den Wiederhaken verankert,
ein Betäubungsmittel, das die Einstichstelle unempfindlich macht -  dadurch kann die Zecke unbemerkt auch bis zu mehreren Tagen beim Wirt Blut saugen,
einen entzündungshemmenden Wirkstoff, der eine Stimulation der körpereigenen Immunabwehr an der Einstichstelle verhindern soll.
Zecken beherbergen die verschiedensten Erreger und übertragen diese durch Stiche. Das kann zu schweren Krankheiten führen. Die bekanntesten Krankheiten sind:
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.  
Die FSME-Viren befinden sich in den Speicheldrüsen, die Borrelien im Mitteldarm der Zecken. Aus diesem Grund werden FSME-Viren direkt mit dem Stechakt auf den Wirt übertragen. Borrelien dagegen gelangen erst nach ungefähr 24 Stunden in den Wirt.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Nicht jeder Zeckenstich überträgt FSME und nicht bei jedem Menschen, der mit einem FSME-Virus infiziert wurde, kommt es zu einer Erkrankung. Im Jahr 2010 wurden 260 klinische Fälle in Deutschland gemeldet.
 
Symptome und Verlauf
 
Die Inkubationszeit, d.h. die Zeit zwischen Ansteckung (Zeckenstich) und Auftreten erster klinischer Symptome, liegt durchschnittlich zwischen 5 und 14 Tagen.
Ein FSME-Patient erlebt im typischen Fall die Krankheit in zwei Stadien.
 
Stadium I: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich einer Sommergrippe. Unter Umständen ist die Erkrankung damit überstanden.
 
Stadium II: Bei einem Teil der Infizierten kommt es nach einer beschwerdefreien Phase, die durchschnittlich eine Woche dauert, zu einem zweiten Krankheitsschub. Das Virus befällt das zentrale Nervensystem. Die mildeste Form ist in diesem Fall eine Hirnhautentzündung (Meningitis) mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und häufig einem steifen Nacken.
Eine schwere Form der FSME ist die Gehirnentzündung. Hier sind nicht nur die Hirnhäute, sondern das ganze Gehirn von der Erkrankung betroffen.
Es kann neben den Symptomen einer Hirnhautentzündung auch zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zu psychischen Veränderungen oder bestimmten Lähmungen am Körper kommen. Auch das Rückenmark, beziehungsweise die entsprechenden Nervenwurzeln können vom FSME-Virus geschädigt werden.
Je älter der Patient, desto schwerer verläuft in der Regel die Krankheit. 
Nach einer Erkrankung besteht lebenslange Immunität.
 
Spätfolgen 
Rund 10 bis 20 Prozent der Patienten haben nach einer schweren klinischen Verlaufsform der FSME mit dauerhaften Schäden wie Lähmungen, Koordinationsstörungen und ernsthaften psychische Veränderungen zu rechnen.
Auch Todesfälle durch FSME sind bekannt. Es sterben etwa ein bis zwei Prozent der Patienten, bei denen das Virus das zentrale Nervensystem befällt.
 
Medizinische Behandlung
 
Die FSME kann nicht behandelt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, die Erkrankung zu verhindern. Zum einen sollte man versuchen, Zeckenstiche zu vermeiden. Zum anderen sollte man durch eine Impfung gegen FSME geschützt sein.
Die Gesundheitsbehörden empfehlen allen, die in Risikogebieten wohnen oder Urlaub machen und sich in der Natur aufhalten, eine Impfung gegen die FSME.
 
FSME-Risikogebiete
 
Nur in bestimmten Regionen sind Zecken mit FSME-Viren infiziert. In Deutschland ist vor allem der Süden betroffen.
Hier tritt die FSME gehäuft auf: Österreich, Ungarn (vor allem im Bereich des Plattensees), Polen, Tschechien, Slowakei, Russland, Litauen, Lettland, Estland, Albanien und auf dem Balkan sowie in Skandinavien - insbesondere an der Ostseeküste von Südschweden und Finnland einschließlich vorgelagerter Inseln. Aber auch in der Schweiz, im Elsass und in Norditalien kommt das Virus vor.

Borreliose

Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektion in Europa und Nordamerika. Die Durchseuchung der Zecken mit dem Borreliose-Bakterium ist regional unterschiedlich hoch – zwischen 5 und 35 %. Das Robert Koch Institut gibt an, dass 1,5 bis 6 % aller Gestochenen mit dem Auftreten einer Infektion zu rechnen haben. Jährlich erkranken in Deutschland zwischen 50.000 und 100.000 Menschen an einer Borreliose.
Die Übertragung der Borrelien erfolgt etwa 12 bis 24 Sunden nach dem Zeckenstich. Je schneller also die Zecke enfernt wird, um so niedriger ist das Risiko an Borreliose zu erkranken. Gegen Borrelien gibt es keine Immunität. Man kann sich mehrfach infizieren und auch mehrere Borreliosen verschiedener Stadien gleichzeitig haben.
 
Symptome und Verlauf 
 
Eine Borreliose kann viele Symptome haben, die auch bei anderen Infektionskrankheiten auftreten können. Daher wird die Diagnose "Borreliose" im Klinikalltag häufig zu spät gestellt. Bei einer Borreliose können viele, prinzipiell sogar alle Organe beteiligt sein. Üblicherweise wird die Erkrankung in drei Stadien eingeteilt. Jedoch kann jedes der im Folgenden beschriebenen Stadien im klinischen Verlauf einer Borreliose übersprungen werden.
 
Stadium I: Eines der wenigen charakteristischen Symptome bei einer Borreliose ist die Wanderröte, Fachbegriff Erythema migrans. Diese ringförmige Hautrötung kann bei mehr als der Hälfte aller Erkrankungen einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich rund um die Einstichstelle beobachtet werden.
Außerdem werden neben der Wanderröte auch Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Fieber und Kopf-, Gelenk- oder Muskelschmerzen beobachtet.
 
Stadium II: Das zweite Stadium der Erkrankung beginnt meist 1-2 Monate nach der Infektion und ist charakterisiert durch die systemische Ausbreitung des Erregers im Körper.
Es können die verschiedensten Krankheitszeichen von Hirnhautentzündung über starke Schmerzen bis hin zu Herzproblemen auftreten. Relativ häufig wird auch bei der Borreliose eine Gesichtslähmung beobachtet.
 
Stadium III: Monate bis Jahre nach der akuten Borreliose-Infektion können als Symptome des chronischen Spätstadiums Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis) auftreten. Die Haut des Erkrankten kann sich wie Pergamentpapier anfühlen.
 
Medizinische Behandlung
 
Da die Borreliose eine bakterielle Erkrankung ist, lässt sie sich prinzipiell gut antibiotisch behandeln. Vor allem im Frühstadium auftretende Symptome können mit Antibiotika in Tablettenform bekämpft werden.
Später auftretende und chronische Symptome lassen sich nicht mehr so leicht behandeln. Hier können oft Antibiotikagaben durch mehrwöchige Infusionen notwendig sein.
Zur Behandlung kommen verschiedene Antibiotika in Frage - je nach Art der Symptome und Alter des Erkrankten. Eine Antibiotikagabe bevor Symptome nach einem Zeckenstich auftreten, wird derzeit nicht empfohlen.
Es gibt derzeit keine Impfung gegen Borreliose.

Wie schütze ich mich vor Zecken?

Einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht. Aber man kann dennoch einiges tun, um Zeckenstiche zu vermeiden:

  • Vermeiden Sie den Aufenthalt im hohen Gras oder Unterholz.
  • Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen.
  • Ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine – denn Zecken sitzen hauptsächlich im Unterholz und an Gräsern.
  • Helle Kleidung ist günstiger als dunkle. Zecken kann man gut darauf erkennen und noch vor einem Stich entfernen.
  • Verwenden Sie insektenabweisende Mittel. Diese helfen zumindest eine Weile.  Aber auch sie stellen keinesfalls einen sicheren Schutz vor Zecken dar.
  • Suchen Sie Ihren ganzen Körper nach Zecken ab, nachdem Sie sich in der Natur aufgehalten haben. Zecken sind winzig klein und krabbeln auf dem Körper und der Kleidung herum, um eine geeignete Einstichstelle für das Blutsaugen zu finden. Sie bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollten Sie an den Armen, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie imSchritt gründlich nach Zecken suchen.
  • Da Zecken auch durch Haus- und Waldtiere übertragen werden können, solange sie sich noch nicht am Wirtstier festgesogen haben, sollten Sie Haustiere auch nach Zecken untersuchen.

Zeckenentfernung

Hat doch einmal eine Zecke zugestochen, sollte sie so schnell wie möglich entfernt werden:
Die Zecke mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange oder -schlinge so nahe wie möglich an der Haut greifen und vorsichtig nach hinten herausziehen. Auf die  Drehbewegung beim Entfernen der Zecke kann man verzichten, da die Widerhaken am Stechapparat nicht wie ein Gewinde bei einer Schraube angeordnet sind. Eine Drehbewegung sollte sogar vermieden werden, da unter Umständen der Kopf der Zecke abreißen und in der Wunde hängen bleiben kann. Sie können die Zecke auch mit einer "Zeckenkarte" aus der Haut entfernen.
Desinfizieren Sie nach dem Entfernen der Zecke die Einstichstelle, um Entzündungen zu vermeiden. Falls Körperteile der Zecke in der Wunde verbleiben, kann es zu lokalen Fremdkörperreaktionen kommen. Bitte lassen Sie die Reste durch einen Arzt vollständig entfernen.
Bitte unbedingt vermeiden!!!
Eine Quetschung des Zeckenleibes sollte unbedingt vermieden werden, um Krankheitserreger nicht aus dem Darm der Zecke in die Wunde zu pressen.
Alte Hausmittel wie Öl oder Klebstoffe, die dem Abtöten der Zecke dienen sollen, sind keinesfalls anzuwenden. Im Todeskampf der Zecke werden, wie auch beim Quetschen, verstärkt Krankheitserreger in die Wunde abgegeben.

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Trinkwasserleitungen aus Blei müssen bald endgültig ausgetauscht sein


Bereits seit 1974 dürfen keine Bleileitungen mehr in Hausinstallationen verbaut werden, in älteren unsanierten Häusern kommen sie aber noch regelmäßig vor. Wissenschaftliche Studien aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass eine erhöhte Bleibelastung negative gesundheitliche Auswirkungen besonders auf Kinder hat. Beispiele hierfür sind mögliche Beeinträchtigungen der kindlichen Entwicklung, der Intelligenz und des Lernvermögens.
Daher wird ab Dezember 2013 der gesetzliche Grenzwert für Blei im Trinkwasser auf die für den Trinkwasserkonsum gesundheitlich unbedenkliche Konzentration von 10 Mikrogramm pro Liter gesenkt. Dieser Wert kann praktisch nur eingehalten werden, wenn keine Bleirohre mehr in der Hausinstallation vorhanden sind.
Hausbesitzer sollten aufgrund der Planungs- und Vorlaufzeiten bereits jetzt mit dem Austausch beginnen. In Kombination mit energetischen Fördermaßnahmen bietet das Land Niedersachsen zurzeit günstige Finanzierungsprogramme an. 

Wer möchte, kann sein Leitungswasser gebührenfrei auf Blei untersuchen lassen.

Um die gesundheitlichen Bedingungen von Säuglingen (Bleiaufnahme über die Muttermilch) und Kindern zu verbessern, richtet sich das Angebot an Familien und junge Frauen, die in vor 1974 errichteten Gebäuden leben. Weiterhin werden verschiedene Informationsmaterialien, darunter auch ein Faltblatt für Hauseigentümer, bereit gehalten. Für die Untersuchungs-Aktion ist das hiesige Gesundheitsamt die Anlauf- und Beratungsstelle für interessierte Personen aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont. Dort sind Probenahme-Sets für die Trinkwasserentnahme erhältlich. Die Wasserproben werden im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt untersucht. Bei auffälligen Befunden kann das Gesundheitsamt die Betroffenen beraten und unterstützen.
Auskunft zum Thema Blei im Trinkwasser und zur Blei-Untersuchungs-Aktion geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes: Telefon: 05151/9035555.

Informationen im Internet finden sich unter: www.nlga.niedersachsen.de  > Umwelt & Gesundheit  >  Wasser  >  Blei im Trinkwasser 
Auskunft zum Thema Bleileitungen geben auch die örtlichen Wasserversorgungsunterneh­men oder Fachbetriebe für Heizung, Sanitär und Klima.


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